Radioaktivität

Messung der radioaktiven Strahlung als Impulsrate, Äquivalentdosisleistung und Abweichung sowie Messung und Langzeitaufzeichnung der Radonkonzentration. (Impulse pro Sekunde/Minute, ips/ipm - Nanosievert pro Stunde, nSv/h).

Die wichtigsten der ionisierenden radioaktiven Strahlungsarten sind:
Alphastrahlung, Teilchenstrahlung, um das 20fache wirksamer als Beta -u. Gammastrahlung. Eindringtiefe in Gewebe, Bruchteile von Millimetern.
Reichweite in der Luft, wenige Zentimeter.
Größtes Risiko für den Menschen besteht durch Nahrungsaufnahme und Atmung (Radon).
  Betastrahlung, Elektronenstrahlung (negative Ladung).
Die Eindringtiefe in Gewebe beträgt maximal bis zu wenigen Zentimetern, die Reichweite in der Luft bis zu einigen Metern.
  Gammastrahlung, Gammastrahlung ist eine sehr energiereiche elektromagnetische Strahlung, mit Wellenlängen von ca. 10-12m bzw Frequenzen von etwa 1020 Hz.
Gammastrahlung ist eine Begleiterscheinung bei fast allen radioaktiven Zerfallsprozessen.
Diese Strahlungsart dringt bis zu 25 Zentimeter in Gewebe ein und hat in Luft eine Reichweite von einigen 100 Metern.
  Röntgenstrahlung, Elektromagnetische Strahlung, Überwiegend im Bereich der weichen (langwelligen) Gammastrahlung. Diese Strahlung durchdringt ebenfalls Gewebe und lässt sich relativ gut abschirmen. Durch künstliche elektrische Anregung von Atomen wird z. B. Röntgenstrahlung in der Medizin (Röntgendiagnostik) und in der Technik eingesetzt. Die schädigende Wirkung wird der Gammastrahlung gleichgesetzt.  Neutronenstrahlung, Setzt sich aus ungeladenen (neutralen) Elementarteilchen zusammen. Energiereiche Neutronenstrahlung (schnelle Neutronen) durchdringt praktisch alles ungehindert.
Langsame, gebremste Neutronenstrahlung (langsame Neutronen) ist biologisch wesentlich wirksamer und verursacht Ionisation und Gammstrahlung. Die schädigende Wirkung übertrifft nach neuen Erkenntinssen die der Alphastrahlung.
  kosmische Höhenstrahlung. Die aus den Kosmos auf die Erde treffende Strahlung bewirkt in der bodennahen Atmosphäre hauptsächlich Gammastrahlung und auch geringere Anteile Neutronenstrahlung. Bereits in einigen tausend Metern spielt der Einfluß der kosmischen Strahlung eine überwiegende Rolle. Die Entstehung von Polarlichtern ist auf die Wirkung der kosmischen Höhenstrahlung auf die Erdatmosphäre zurückzuführen. Die biologische Wirkung ist in einer Höhe von 20 km am stärksten.

Einheiten und Zahlen:
Aktivität (Anzahl der Zerfallsakte je Sekunde) Becquerel (Bq), bei Radon die Aktivitätskonzentration Bq pro Kubikmeter (Bq/m³), bei Baustoffen die Spezifische Aktivität Bq pro Kilogramm (Bq/kg).
Die Energiedosis wird in Gray (Gy) angegeben (1Gy = 1J/kg bezogen auf Körpergewebe).
Wirkung als Äquivalentsdosis ist Sievert (SV), bezogen auf den Zeitraum die Äquivalentsdosisleistung (nSv/h bzw. (mSv/a).

Wie in anderen Bereichen des Immissionsschutzes, werden auch innerhalb des Internationalen Strahlenschutzes Beobachtungen hinsichtlich der Gesundheitsrisiken durch Ionisierende Strahlung seit fast 50 Jahren mit Rücksichtnahme auf die Nuklearindustrie vernachlässigt. So wurden bisher nur mit Einschränkung Empfehlungen und Grenzwerte erlassen.

Baubiologische Untersuchungen konzentrieren sich auf Messung und Bewertung der Gammastrahlung und der Radonkonzentration.

Radon ist ein radioaktives Gas und ein starker Alphastrahler. Es entweicht aus radiumreichen Materialien (Boden, Baumasse) und reichert sich in der Raumluft an. Die Eintrittspfade ins Gebäudeinnere sind z.B. Öffnungen und Risse in der Fundamentplatte.
Nimmt man die Umgebungsstrahlung der Natur zum Maßstab, gibt es nach Baubiologischen Messungen in Häusern folgende prozentual erhöhte radioaktive Belastungen durch Gammastrahlung gegenüber der der Umgebungsstrahlung (oder auch Abschirmungen):
Quelle: Baubiologie MAES
Holz, Kalk -50% bis 0%
Sand, Kies, Kalksandstein, Naturgips -30% bis 0%
Beton, Gasbeton, Zement, Putze -20% bis +10%
Ziegelsteine, -decken, -dachpfannen +10% bis +100%
Klinker, Fliesen (einige , nicht alle) +10% bis +150%
Chemiegips, Schüttungen +30% bis +200%
Granit, Schiefer (nicht alle Arten) +30% bis +250%
Bimssteine, Schlackensteine, Hüttensteine +50% bis +300%
Basalt, Tuff (Litholit) +50% bis +400%
Industrieabfälle, Aschen, Schlacken +100% bis +500%
Alte Glasuren, Leuchtziffern, Antiquitäten +500% bis +50.000%

Baubiologische Richtwerte für Schlafbereiche
Radioaktivität (Alpha-, Beta- und Gammastrahlung, Radon)
Impuls- bzw. Dosis-leistungs-erhöhung in Prozent % unauffällig
<50
schwach auffällig
50-70
stark auffällig
70-100
extrem auffällig
>100
Werte bezogen auf die lokale Umgebungsstrahlung, mindestens jedoch auf 0,8 mSv/a bzw. 100 nSv/h (Durchschnitt in Deutschland), bei deutlich höherer Umgebungsstrahlung gilt eine geringere prozentuale Äquivalentdosisleistungserhöhung.
Strahlenschutzverordnung: Bevölkerung 1 mSv/a zusätzliche Belastung, EU: Baustoffe 1mSv/a zusätzliche Belastung, Arbeitsplatz 20 mSv/a, Norddeutschland:< 0,6 mSv/a (< 70 nSv/h), Erzgebirge, Thüringen, Schwarzwald, Bayrischer Wald...:> 1,4 mSv/a (> 165 nSv/h)
Radon in Becquerel pro Kubikmeter Bq /m³ unauffällig
<30
schwach auffällig
30-60
stark auffällig
60-200
extrem auffällig
>200
EU-Referenzwert: (EU-BSS 2013): 300 Bq/m³, EU-Empfehlung (Neubau): 200 Bq/m³, WHO: 100 Bq/m³, Bundeamt für Strahlenschutz BfS: 100 Bq/m³, EPA (USA): 150 Bq/m³, Norwegen, Schweden, England (Neubau): 200 Bq/m³, Innenräume im Schnitt ~ 30-50 Bq/m³, 1-2 %  > 250 Bq/m³, Außenluft im Schnitt ~ 5-15 Bq/m³, Radonstollen: bis 100.000 Bq/m³, Lungenkrebs: Risikozunahme je 100 Bq/m³ um je 10 %
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Radioaktivität in Baustoffen

Im Zweifelsfall lassen Sie bitte messen.

Radon ist die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Lungenkrebsrisiko Nummer 1 jedoch bleibt das Rauchen. Baubiologische Untersuchungen Konzentrieren sich auf Messung und Bewertung der Gammastrahlung und der Radonkonzentration. Radon ist ein radioaktives Gas und ein starker Alphastrahler. Es entweicht aus radiumreichen Materialien (Boden, Baumasse) und reichert sich in der Raumluft an.


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