magnetische Wechselfelder (Niederfrequenz)

magnetisches Wirbelfeld

entstehen konzentrisch, kreisförmig um stromdurchflossene Leiter. Die Größe des Magnetfeldes hängt von der Stromstärke ab, also vom Verbraucher, jedoch nicht von der Spannung. Die Einheit der magnetischen Feldstärke (H) ist Ampere pro Meter (A/m), die magnetische Flussdichte (B) wird in Tesla (T) gemessen.

Die Feldquellen sind Hochspannungsleitungen, Bahn, Niederspannungsfreileitung mit Dachständer, Ringleitung im öffentlichen Stromversorgungsnetz, Zu - und Steigleitungen in Mehrfamilienhäusern, Fehlstrom auf Installationsrohren, Elektroinstallationen, Haushalts - u. Elektrogeräte, Transformatoren, Radiowecker, Elektromotoren etc...

Die Höhe der magn. Feldstärke oder Flussdichte an einer Hochspannungsleitung ist abhängig vom Abstand zur Stromtrasse, von der Phasenbelegung, Leiterkonfiguration, dem Stromdurchfluss, sowie Abstand von Hin - u. Rückleiter zueinander.

An Bahntrassen, sowie bei Differenz - o. Fehlstrom in der Haustechnik, kann es zu erheblicher Feldausdehnung kommen, infolge fehlender Kompensation. Liegen Phase und Null nah beieinander, entsteht (bei fehlerlosem Betrieb) eine gute Kompensation und das Feld nimmt mit zunehmendem Abstand zum Feldverursacher vergleichsweise rasch ab (1/r²).

Magnetische Wechselfelder durchdringen beinahe alle Materialien ungehindert. Bei kleineren Feldverursachern ist eine Feldablenkung mit magnetisch hochleitfähigen Nickel-Eisenlegierungen (Mu-Metall) oder Trafoblechen möglich. Bei Fehlströmen in haustechnischen Anlagen, kann neben anderen Maßnahmen eine aktive Magnetfeldkompensation die Lösung sein.

EMV-Probleme in haustechnischen Anlagen sind in der Regel auf TN-C- bzw. TN-C-S - Netzsysteme zurückzuführen - immer noch die allgemein bevorzugte Netzform. Schutz gegen gefährliche Körperströme steht ohne Frage an erster Stelle. Betriebs(rück)ströme in solchen Anlagen können sich aber über Mehrfacherdungen (PEN / PA-Schiene) aufteilen. So können z.B. Teilbetriebsströme oder Fehlstrom auf Systemen der Haustechnik wie Gas-, Wasserrohre, Heizungs- und Sprinkleranlagen, zu vorzeitiger Korrosion führen.

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Baubiologische Richtwerte SBM-2015
für Schlaf-u. Ruhebereiche
magnetische Wechtelfelder(Niederfrequenz)
Flußdichte in Nanotesla nT unauffällig
<20
schwach auffällig
20-100
stark auffällig
100-500
extrem auffällig
>500
Werte gelten für den Bereich um 50 Hz, höhere Frequenzen und deutliche Oberwellen sind kritischer zu bewerten. Netzstrom (50 Hz) und Bahnstrom (16,7 Hz) werden einzeln erfasst. Bei intensiven und häufigen zeitlichen Feldschwankungen sind Langzeitaufzeichnungen durchzuführen - besonders auch über Nacht - und hierbei das 95. Perzentil zur Bewertung heranzuziehen.
DIN/VDE 0848: Arbeit 5 Millionen nT, Bevölkerung 400.000 nT; BImSchV: 100.000 nT;Schweiz: 1000 nT; WHO/IARC: 300-400 nT "potentiell krebserregend"; TCO: 200 nT; US-Kongress / EPA: 200 nT; Bioinitiative: 100 nT; BUND: 10 nT; Natur: <0,0002 nT

Empfehlungen Forschungsergebnisse Schwellenwerte für biologische Effekte
Flußdichte in Nanotesla nT     
Kalifornische Empfehlungen für Neubaugebiete in der Nähe von Hochspannungsleitungen (San Diego County / Costa Mesa City) 200 / 400
Schwedische Empfehlungen für Kindergärten und Schulen in der Nähe von Hochspannungsleitungen (oder 80m Mindestabstand) 200
Empfehlung internationaler Wissenschaftler wie Prof. Ross Adey u. Dr. Robert Becker, USA sowie Prof.H.L. König u. Dr. Andras Varga100
Empfehlung der Hamburger Behörde für Gesundheit, Arbeit und Soziales für Wohngebiete und Kindergärten ~ 50
Empfehlungen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND für Ruhebereiche10
Nachweis versch. biologische Risiken nach der weltweit größten Studie der US-Umweltbehörde EPA 1996200
Krebsrisikonachweis nach bisherigen epidemiologischen Studien 200
Suizidrisikonachweis nach bisherigen epidemiologischen Studien 100
Suizidrisikonachweis nach bisherigen epidemiologischen Studien100
Störung und Beeinflussung von:
Kalzium-Ionen-Austausch der Zelle (Adey, USA 1976)10-60
Signalübertragung der Zelle (Adey, USA 1976)<1000
Menschliche Lymphozyten (Lyle, USA 1986<1000
Zellteilung bei Hefepilzen (Goodman, USA 1984) 200
EEG / EKG-Funktion (Newi, Hamburger E-Werke 1993)70 / 140
Melatonin-Hormonspiegel (Wilson,USA 1990)<1000
Natur (Atmosphäre) 50 Hz 0,0002
Natur (Atmosphäre) 16,7 Hz 0,003
Natur (Schumann-Resonanz) 7,83 Hz (Neitzke, König)0,0002

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